DIE KÜCHE

Die Küche ist in vielen Wohnungen ein zentraler Ort der Kommunikation: Hier trifft sich die Familie zum Essen. Die Kinder machen Hausaufgaben während die Mutter kocht und spätestens um Mitternacht landen Gäste immer in der Küche. Oder aber sie ist einfach nur ein Raum zum Aufbewahren und schnellen Zubereiten eines kleinen Gerichtes. Welche Funktion eine Küche hat sollte man sich unbedingt vor dem Kauf überlegen.

Express Küchen
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Allgemeine Qualitätskriterien bei Einbauküchen:

  • Alle Kanten müssen sauber ausgeführt sein und dürfen an den Rändern keine Fugen aufweisen. Optimal sind abgerundete Kanten.
  • Die Einlegeböden sind auf allen sechs Flächen beschichtet, nicht nur an den sichtbaren Flächen.
  • Fragen Sie den Fachverkäufer ob die Einlegeböden einem Gewicht von 50 kg/m2 standhalten.
  • Hat die Küche viele Kombinationsmöglichkeiten (Systemküche) und ist sie ausbaufähig?
  • Sind genügend Innenausstattung und Funktionen (z. B.  Vollauszüge, Handtuchhalter, Mülltrennsysteme) vorhanden?
  • Achten Sie auf Tests und nachprüfbare Ergebnisse! Das RAL-Gütezeichen für Möbel ist eine gute Orientierungshilfe für geprüfte Qualität.
  • Achten Sie ebenso auf Hausmarken des Möbelhauses da es sich kein renommiertes Möbelhaus auf Dauer leisten kann eine qualitativ schlechte Küche als Hausmarke anzubieten.

Arbeitsabläufe und Ergonomie:

  • Sinnvoll für einen reibungslosen Arbeitsablauf in der Küche ist das sogenannte „Arbeitsdreieck“. Im Uhrzeigersinn von links nach rechts folgen drei grundlegende Funktionsbereiche aufeinander: Vorratshaltung (Schränke und Kühl-/Gefrierschrank), Vorbereiten der Lebensmittel (Spüle und Arbeitsflächen), Kochen und Backen (Herd, Ofen und Abstellflächen).
  • Linkshänder kommen besser zurecht, wenn sie von rechts nach links arbeiten.

Für eine leichte rückenschonende Küchenarbeit sollten

  • die einzelnen Arbeitsstationen sinnvoll hintereinander angeordnet sein,
  • die Wege möglichst kurz gehalten werden,
  • die Höhe der Arbeitsfläche an die Körpergröße der Benutzer angepasst werden,
  • schwere Gegenstände maximal in Höhe des Schultergelenks gelagert werden,
  • häufig benutzte Gegenstände in einer bequemen Höhe bereit stehen,
  • bei geöffneten Schränken genügend Bewegungsfreiheit bleiben,
  • Sitzarbeitsplätze in der Küche vorhanden sein und
  • überall für eine gute Beleuchtung gesorgt werden.

Um die richtige Höhe für die Arbeitsplatte zu bestimmen sollten Sie bei angelegtem Oberarm den Unterarm waagrecht nach vorn abwinkeln und dann zwischen Ihrem Arm und der Arbeitsplatte 15 cm Platz haben!

  • Die Kochmulde liegt im Idealfall etwa 5 – 10 cm tiefer als dieser Ausgangswert.
  • Die Oberkante des Spülbeckens liegt am besten 5 cm über der Arbeitsplatte.
  • Die Arbeitsplatte zum Vorbereiten sollte ca. 9 cm über dem Ausgangswert liegen.
Express Küchen
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Materialien:

  • Massivholzküchen werden nur selten angeboten, da die Küchenmöbel großen Belastungen wie Temperaturwechsel, Nässe, Chemikalien, Stößen usw. ausgesetzt sind. Aus diesem Grund müssen diese Küchen und furnierte Fronten (Möbelkorpusse, deren Oberfläche mit einer dünnen Holzschicht versehen ist) mit einem besonders beständigen Lack geschützt werden.
  • Bei sogenannten Bio-Möbeln ist die Oberfläche nicht lackiert sondern geölt oder gewachst. Dadurch ist die Oberfläche weniger widerstandsfähig gegen Wasserdampf.
  • Häufig werden bei Küchenmöbeln Korpusse aus Spanplatten und MDF-Platten (MDF = Mitteldichte Faserplatte) verwendet. Spanplatten haben den Vorteil, dass sie durch eine zusätzliche Laminat-Beschichtung leicht abwaschbar und relativ unempfindlich sind.
  • Oft werden auch Mehrschichtplatten verwendet. Man erkennt diese meistens an den klar lackierten Kanten, wo die unterschiedlich gefärbten Holzschichten zu sehen sind. Preislich liegen Mehrschichtplatten zwischen Span- und MDF-Platten.

Die Oberfläche der Fronten besteht im Wesentlichen aus drei Materialien:

  • Kunststofffolien sind sehr pflegeleicht da sie einfach mit Wasser und Haushaltsreinigern gesäubert werden können. Allerdings verkratzen Folien leichter als Schichtstoff-Oberflächen auf Melaminbasis (sogenannte Duroplaste).
  • Widerstandsfähiger als Folie aber auch nicht ganz kratzfrei sind Schichtstoffe (CPL, HPL). Phenolharzpapier, Dekorpapier und ein Overlay (ein naturbelassenes transparentes Papier) werden dazu auf eine Trägerplatte geklebt.
  • Die Melaminharzbeschichtung besteht aus Papierschichten die mit Kunstharzen imprägniert und auf Trägerplatten (z. B. Spanplatten) unter Hitze aufgepresst sind.

Für Küchenarbeitsplatten kommen neben den beschriebenen Oberflächen noch weitere Materialien in Betracht:

  • Kunststoffgebundene Mineralplatten sind sehr widerstandsfähig und pflegeleicht. Das Harzmaterial ermöglicht fugenlose Flächen und nahtlose Übergänge zu Tischplatten und Spülen. Sollte die Platte einmal einen Kratzer abbekommen können Sie die Oberfläche abschleifen. Der Preis für diesen Vorteil: etwa 450 € pro laufender Meter Arbeitsplatte.
  • Granitarbeitsplatten sind im Gegensatz zu den Weichsteinen Marmor und Travertin hitzebeständig und schnittfest. Wenn man aber zum Beispiel einen öligen Topfboden über Nacht auf der Arbeitsplatte stehen lässt kann sich polierter Granit auch verfärben. Eine mit Lacken versiegelte Oberfläche ist kratzempfindlich!
  • Holzarbeitsplatten sind auch etwas empfindlich. Schäden und Flecken lassen sich aber bis zu einem gewissen Grad durch Schleifen und Schmirgeln entfernen.
  • Bei glasierten Keramikkacheln sollte man beachten dass sie beim Aufschlag von schweren harten Gegenständen splittern können. Auch für eine ausreichende Hygiene kann oft nicht gesorgt werden da die Fugen schlecht zu reinigen sind.

Sicherheit für Kinder:

  • Um zu verhindern dass Kinder Töpfe mit heißem Inhalt herunterziehen können sollte ein Schutzgitter oder eine Reling am Kochfeld vorhanden sein. Dies können Sie auch nachträglich einbauen lassen.
  • Sie können verhindern dass Ihre Kleinen unkontrolliert den Herd oder Backofen einschalten indem Sie die Schalterblende auf die Arbeitsplatte oder in den Oberschrank verlegen.
  • Rot leuchtende Kochzonen beim Glaskeramikfeld signalisieren „Achtung – heiß!“
  • Bei modernen Kochfeldern sorgt eine Topferkennung dafür dass eine Kochzone abgeschaltet wird wenn kein Topf darauf steht.
  • Backofentüren dürfen bis zu 85° C warm werden – dies ist nicht nur für Kinderhände zu heiß! Es gibt aber auch Backofentüren, bei denen das Sichtfenster während des Betriebes deutlich kühler bleibt so dass keine Verbrennungsgefahr besteht.
  • Ein in einem Hochschrank eingebauter Backofen bietet zusätzliche Sicherheit da er für kleine Kinder nicht erreichbar ist.
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Checkliste Küchenplanung:

Sind eventuell Vorarbeiten zu planen?

  • Neuer Fußboden
  • Neue Wandfliesen
  • Neue Installationen
  • Bauliche Veränderungen, z. B. ein Durchbruch zum Wohnzimmer

Kapazitätsplanung:

  • Zahl der Personen im Haushalt
  • Wie groß ist die Person die am meisten in der Küche arbeitet?
  • Gibt es außerhalb der Küche Vorrats- oder Lagerräume?
  • Möchten sie in der Küche noch andere Arbeiten verrichten z.B. Waschmaschine, Trockner?
  • Muss ein Besen-/Staubsaugerschrank eingeplant werden?
  • Möchten Sie in der Küche essen können? Wie viele Sitzplätze brauchen Sie ständig?
  • Können Schränke bis unter die Decke gebaut werden?

Kühlen und Einfrieren:

  • Kühlschrank (x Liter Volumen) mit integriertem Gefrierfach (x Liter Volumen)
  • Stand- oder Einbaugerät
  • Separate Gefriertruhe (x Liter Volumen)
  • Kühl-/Gefrierkombination

Kochen / Backen / Mikrowelle:

  • Backofen und Kochmulde in einem Gerät unter der Arbeitsplatte
  • Backofen und Kochmulde getrennt
  • Backofen  (mit Schalterblende) hoch eingebaut
  • Kochstelle tiefer gelegt / vorgezogen / als Insel
  • Kochmulde aus Edelstahl / Glaskeramik / Email / Keramik
  • Einzelkochelemente
  • Dunstabzug dekorativ / versteckt
  • Abluft (mit Ausgang ins Freie) / Umluft / Zuluft
  • Mikrowelle im Hochschrank / im Oberschrank integriert
  • Mikrowelle als Einzelgerät / in Kombination mit dem Backofen
  • Backofen mit Grilleinrichtung

Spülen:

  • Geschirrspüler 45 / 60 cm breit, im Unter- oder Hochschrank (Einbauhöhe)
  • Einbeckenspüle mit Restbecken und Abtropffläche
  • Zweibeckenspüle mit Restbecken und Abtropffläche
  • Spüle mit Abfall-Durchwurf
  • Eingriffarmatur / Zweigriffarmatur
  • Armatur mit herausziehbaren Brauseschlauch

Spülenunterschrank:

  • Heißwasserbereiter als Durchlauferhitzer / Speichergerät
  • Abfallsammler im Spülenunterschrank
  • Abfalltrennung (Anzahl Trennbehälter)
  • Putzmittelauszug im Spülenunterschrank
  • Spülenunterschrank abschließbar

Kleingeräte / Arbeitsmittel:

  • Kaffee-, Espressomaschine
  • Elektrischer Wasserkocher
  • Rührgerät / Mixer / Küchenmaschine
  • Brotschneidemaschine
  • Toaster
  • Eierkocher
  • Entsafter, Zitruspresse
  • Getreidemühle
  • Elektrischer Dosenöffner
  • Radio
  • Küchenuhr
  • Hackklotz / Schneidebrett freistehend
  • Schneidebrett auf der Arbeitsplatte
  • Messerhalter
  • Papierrollenhalter

Essplatz in der Küche:

  • Anzahl der Personen für tägliche Mahlzeiten / mit Besuch
  • Esstisch mit Eckbank / mit normalen Stühlen
  • Esstheke / Tresen / Barhocker / Ausziehtisch (auch als Sitzarbeitsplatz)

Beleuchtung:

  • Linienleuchten unter den Oberschränken
  • Einzelstrahler an der Decke

Sonstiges:

  • Gibt es eine Nachkaufmöglichkeit bei Umzug oder im Beschädigungsfall? Wie lange gilt die Nachkaufgarantie?
  • Sind Kindersicherungsmaßnahmen nötig?

Tipps für die Sicherheit Ihrer Kinder in der Küche:

  • Deponieren Sie elektrische Kleingeräte wie Toaster, Kaffeemaschine etc. in einem verschlossenen Schrank oder verwenden Sie nur Elektrogeräte bei denen Sie zum Beispiel erst eine Taste drücken oder einen Verschluss öffnen müssen bevor das Gerät funktioniert.
  • Wenn Sie kein Untertischgerät zur Heißwasserbereitung benutzen können Sie an der Spüle eine Thermostatarmatur anschließen. Damit können Sie die höchste Wassertemperatur vorab einstellen und das Kind so vor Verbrühungen bewahren.
  • Stellen Sie Ihrem Kind am besten eine Schublade mit unbedenklichem Kinderkochgeschirr in Bodennähe zur Verfügung. Dann sind die gefährlichen Sachen der Erwachsenen nicht so verführerisch.