Ein Jahr DGM-Klimapakt für die Möbelindustrie: Möbelhersteller setzen sich gemeinsam für den Klimaschutz ein

12.01.2017

Ein Jahr DGM-Klimapakt für die Möbelindustrie: Möbelhersteller setzen sich gemeinsam für den Klimaschutz ein

Ein Jahr DGM-Klimapakt für die Möbelindustrie: Möbelhersteller setzen sich gemeinsam für den Klimaschutz ein

Fürth. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen dieser Zeit. Eine Veränderung, die maßgeblich von Menschen verursacht wird, ist die globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt. Die ist unter anderem verantwortlich für unwetterartigen Starkregen und den Anstieg des Meeresspiegels. Mit jedem Grad Temperaturanstieg wachsen die Risiken für die irdischen Ökosysteme und deren Bewohner. Daher hat die 21. UN-Klimakonferenz Ende 2015 in Paris beschlossen, den Anstieg auf möglichst nicht mehr als 1,5 Grad Celsius einzugrenzen. „Schon um dieses Minimalziel zu erreichen, bedarf es einer strikten Klimapolitik sowie eines hohen Verantwortungsbewusstseins in der Gesellschaft. Wir als Möbelindustrie möchten vorangehen und zum Erfolg der UN-Klimaschutzziele beitragen“, sagt Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM).

Vor einem Jahr rief die DGM den „Klimapakt für die Möbelindustrie“ ins Leben, um sich gemeinsam der Verantwortung zu stellen, die heutige Generationen gegenüber ihren Nachkommen und der Umwelt tragen. Elf Möbelhersteller haben sich dem Projekt bereits angeschlossen und ihre CO2-Bilanz auf den Prüfstand gestellt. „Der CO2-Fußabdruck oder auch Carbon Footprint eines Unternehmens ist das Fundament des Klimapaktes. Er setzt sich zusammen aus dessen direkten und indirekten Treibhausgasemissionen. Diese werden im ersten Schritt bilanziert, im zweiten Schritt reduziert und im dritten Schritt idealerweise neutralisiert“, so der DGM-Geschäftsführer.

Fünf deutsche Möbelhersteller haben ihr umfassendes unternehmerisches Handeln entsprechend den DGM-Richtlinien für den Klimaschutz bereits vollständig klimaneutral gestellt. Dafür ließen sie ihre CO2-Bilanz von der Klimaschutzinitiative BEaZERO.org, die die Richtlinien des Klimapaktes erstellt hat, ermitteln, verringerten ihre Treibhausgasemissionen, beispielsweise durch die Umstellung auf Grünstromtarife, und kompensierten die unvermeidbaren Emissionen schließlich durch den Erwerb hochwertiger Klimaschutzzertifikate, die etwa Initiativen zur Aufforstung, zum Ausbau regenerativer Energien oder zur Verbesserung der Wasserqualität zugutekommen.

Ein weiteres DGM-Mitgliedsunternehmen stellte bereits seine Kernprozesse klimaneutral. Entsprechend der Logik des Klimapaktes bedeutet das die Kompensation der Treibhausgasemissionen in den ersten beiden der insgesamt drei Bereiche des unternehmerischen Handelns (Scopes). Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen des Unternehmens, dazu gehören zum Beispiel Treibstoffe für unternehmenseigene PKW und LKW sowie Heiz- und Kühlmittel. Scope 2 werden die indirekten Emissionen zugeordnet, die aus der Erzeugung der von dem Unternehmen beschafften Energie resultieren, wie etwa Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlungsenergie. Scope 3 beinhaltet alle indirekten Emissionen, die aus dem Ablauf aller täglichen Unternehmensprozesse und dem Produktlebenszyklus hervorgehen – beispielsweise die Anfahrt der Mitarbeiter, externe Logistik, Wasserverbrauch sowie die Nutzung der Produkte durch den Endkunden.

„Es freut uns natürlich besonders, dass insgesamt sechs der elf Unternehmen, die sich im ersten Jahr dem Klimapakt angeschlossen haben, über die Bilanzierung und Reduzierung hinaus auch schon mit der Neutralisierung ihrer Treibhausgasemissionen begonnen haben. In 2017 möchten wir nahtlos daran anknüpfen und weitere DGM-Mitgliedsunternehmen für einen Beitrag zum Klimaschutz sensibilisieren, denn damit werten sie nicht nur die Umwelt, sondern auch ihr Unternehmen und ihre Möbel auf“, betont Winning. Jeder Teilnehmer des Klimapaktes erhält das Klimalabel, mit dem er offensiv und aussagekräftig für seine qualitätsgeprüften Möbel werben darf. Dem Endverbraucher liefert das eine willkommene Entscheidungsgrundlage beim Möbelkauf, ähnlich dem RAL-Gütezeichen „Goldenes M“ und dem DGM-Emissionslabel. DGM/FT

Bisherige Teilnehmer am „Klimapakt für die Möbelindustrie“

Möbelwerke A. Decker GmbH (Klimaneutraler Möbelhersteller)

Möbelfabrik Fr. Rudolf & Sohn GmbH & Co. KG (Klimaneutraler Möbelhersteller)

Willi Schillig Polstermöbelwerke GmbH & Co. KG (Klimaneutrale Kernprozesse)

Voglauer Möbelwerk Gschwandtner & Zwilling GmbH & Co. KG

Paidi Möbel GmbH (Klimaneutraler Möbelhersteller)

burgbad GmbH

FM Munzer Polstermöbel GmbH

InCasa Schlafraumsysteme GmbH (Klimaneutraler Möbelhersteller)

hülsta-werke Hüls GmbH & Co. KG (Klimaneutraler Möbelhersteller)

puris Bad GmbH & Co. KG

nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG

Über die DGM:

Seit 1963 verpflichten sich Möbelhersteller und Zulieferbetriebe freiwillig zur Einhaltung der insgesamt hohen DGM-Qualitätsstandards. Die Anforderungen leiten sich aus den Güte- und Prüfbestimmungen des „Goldenen M“, RAL-GZ 430, ab. Diese garantieren dem Nutzer von zertifizierten Möbeln deren Langlebigkeit und einwandfreie Funktion, sowie Sicherheit, Gesundheit und Umweltverträglichkeit. All diese Faktoren werden in unabhängigen Laboren geprüft und sichergestellt. Inzwischen umfasst die DGM mehr als 115 Mitglieder aus dem In- und Ausland.

Weitere Informationen gibt es unter www.dgm-moebel.de

12. Januar 2017

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