SCHLAFZIMMERMÖBEL - GUTEN SCHLAF!
Gut zu schlafen ist Gold wert. Das wissen vor allem die Menschen, die nachts wach liegen und Schäfchen zählen, obwohl sie richtig müde sind. Natürlich können medizinische oder psychische Ursachen zugrunde liegen – aber die richtige „Unterlage“ spielt auch eine sehr große Rolle ob Sie morgens ausgeruht oder völlig gerädert aufstehen. Hier einige wichtige Informationen die Sie vor dem Kauf eines Bettes oder Schlafzimmers beachten sollten:
Unbedingt testen!
Um sich nachts optimal von den täglichen Belastungen zu erholen sollte Ihr Bett genau auf Ihren Körper abgestimmt sein. Matratze und Lattenrost müssen die Wirbelsäule so abstützen dass sie ihre natürliche S-Form behält. Dabei sollten schwere Körperteile wie Schultern und Becken tiefer einsinken können als die anderen Körperteile. Darum ist Probeliegen beim Matratzenkauf unbedingt notwendig.
Das Bettklima
Da der Körper auch schon geringe Temperaturunterschiede wahrnimmt sollten Matratze und Bettwaren Ihre Körpertemperatur auf konstanter Höhe halten. Eine gute Kombination aus Bettzeug und Matratze nimmt außerdem Feuchtigkeit auf und gibt sie nach außen ab.
Matratzen im Überblick
- Schaumstoffmatratzen (Kaltschaum) sind mittlerweile besser als ihr Ruf. Allerdings sollte der Schaumstoff ein Raumgewicht (RG) von deutlich über 35 kg/m3 aufweisen! Angeboten werden Qualitäten bis zu RG 60 (je höher die Zahl umso besser die Qualität).
- Mehrlagige Matratzen bestehen aus verschiedenen Materialschichten. Sie bieten eine gute Wärmeisolation und gleichzeitig eine gute Abstützung des Körpers.
- Matratzen mit Mehrzonenaufbau stützen die einzelnen Körperteile unterschiedlich fest ab, da verschiedene Materialien eingesetzt werden. Es ist hier aber auch wichtig sich die Matratze individuell anfertigen oder anpassen zu lassen!
- Naturmatratzen bestehen – wie der Name schon sagt – ausschließlich aus natürlichen Materialien. Jedoch haben die Formbeständigkeit und die ergonomische Liegeunterstützung ihre Grenzen. Auch die Feuchtigkeitsregulierung und der Wärmehaushalt sind nicht optimal. Ein weiterer Nachteil ist dass Naturmaterialien unter ungünstigen Bedingungen zum Schimmeln neigen.
Die richtige Matratzenhärte
- Große und schwere Personen sollten eine für das vorhandene Gewicht konzipierte Matratze wählen. „Richtig“ ist eine Matratzenhärte dann wenn der Schlafende sich darauf wohlfühlt und nach dem Schlaf erholt ist.
- Das Einsinken in eine weiche Matratze fördert unter Umständen das Schwitzen, da ein großer Teil der Körperoberfläche mit isoliertem Material umhüllt wird. Menschen die dazu neigen sollten sich deshalb eine etwas festere Matratze anschaffen!
Die gängigsten Matratzensysteme:
- Federkern, Bonell-Federkern: Guter Feuchtetransport, progressives Federungsverhalten (bei stärkerer Belastung wird der Federkern zunehmend härter, bei geringerer Belastung weicher), preiswert.
Aber: Flächenelastisch, keine punktelastische Abstützung des Körpers, weniger gut geeignet bei Lattenrosten mit hochklappbarem Kopf- oder Fußteil, neigt zum Nachschwingen. - Taschenfederkern, Zylinder-Taschenfederkern: Guter Feuchtetransport.
Aber: Punktelastische Abstützung nicht immer optimal, weniger geeignet bei verstellbaren Lattenrosten mit hochklappbarem Kopf- oder Fußteil. - Tonnentaschenfederkern: Guter Feuchtetransport, punktelastische Abstützung, geeignet bei verstellbaren Lattenrosten. Mehrzonenausführungen (3, 5 oder 7 Zonen) verbessern die ergonomische Abstützung.
Tipp: Je höher die Federanzahl umso besser die Punktelastizität. Wenn für die Federkern-abdeckung verschiedene Materialien verwendet werden können weitere Qualitätssteigerungen erreicht werden (z. B. wenn sehr hochwertiger Schaum verwendet wird). Auch der Bezug hat seine eigene Qualität (z. B. festbezogen / abnehmbar, 60°C oder 95°C waschbar).
- Latexkern: Gute Wärmeisolation, in Kombination mit federnder Unterlage gute punktelastische Abstützung, gut für verstellbare Lattenroste geeignet.
Aber: Hohes Gewicht, wird von manchen Menschen als zu fest empfunden. Latexmatratzen sind oftmals teilweise oder ganz aus synthetischem Latex, was aber durchaus Vorteile hat. Auch bei Latex wird u. a. ein Mehrzonenaufbau angeboten (3, 5, 7 ergonomische Zonen). - Kaltschaum: Punktelastische Abstützung, gut geeignet für verstellbare Lattenroste, guter Feuchtetransport, gutes Handling durch geringes Gewicht, Hüllen oft abnehmbar und waschbar.
Aber: Braucht eine federnde Unterlage, bei geringem Raumgewicht und dünnem Kern Gefahr des „Durchliegens“ bzw. der Muldenbildung. Kaltschaum wird in verschiedenen Oberflächenprofilen angeboten, diese verbessern die (sowieso guten) Liegeeigenschaften. Durch die Schnitt-Technik können verschiedene Ergonomiezonen erreicht werden. Standard sind 3, 5 oder 7 Zonen. Zusätzlich ist Kaltschaum in verschiedenen Festigkeiten (F2 und F3) lieferbar.
Pflege und Hygiene bei Matratzen
- Lüften Sie die Matratze so oft wie möglich.
- Vermeiden Sie Tagesdecken aus dicht gewebtem, verstepptem Synthetikmaterial. Wählen Sie lieber einen luftdurchlässigen Stoff.
- Staub können Sie vorsichtig abbürsten oder absaugen (bitte die Saugstärke auf „Polster“ einstellen). Heftiges Abklopfen oder Reinigungsversuche mit Schwamm und Seifenlauge schaden der Matratze! Eine gute Alternative ist ein abnehmbarer, reinigungsfähiger oder waschbarer Matratzenbezug.
- Milben besiedeln Matratzen unabhängig vom Matratzensystem. Ihre Exkremente sind Auslöser der Hausstauballergie. Betroffene sollten deshalb zur Matratze einen milbendichten und waschbaren Bezug kaufen (Encasing; etwa 100 – 200 € für eine 1 x 2 m große Matratze).
- Auch bei bester Pflege sollte eine Matratze nach acht bis zehn Jahren ausgetauscht werden!
Bettboden und Lattenrost
- Um eine gute Körperanpassung zu gewährleisten sind bei hochwertigen Lattenrosten (Federholzrahmen) die Endpunktlager (auf denen die Matratze aufliegt) elastisch gelagert.
- Die Federungshärte des Lattenrostes sollte mindestens im Schulter- und Beckenbereich variabel eingestellt werden können. Obwohl dies auch im Möbelhaus gemacht wird ist es besser Sie nehmen die Verstellung nach den ersten Nächten zu Hause selbst vor. Es kann natürlich auch im Laufe der Zeit notwendig werden dass Einstellungen wegen Veränderungen des Körpers und des Körperempfindens nachreguliert werden müssen!
- Neue Unterfederungen aus Metall erweisen sich heute nicht mehr unbedingt als „Hängematten“ sondern können die punktelastische Abstützung von Matratzen verstärken!
- Mehrzonen-Federholzrahmen bieten verschiedene Federungseinstellungen im Kopf-, Schulter-, Becken-, Bein- und Fußbereich. Bei der Dreifachfederung zum Beispiel werden eine Lattenrost- Unterfederung und eine Federkernmatratze in niedriger Bauart mit einem Drell zusammengenäht. Darauf kommt als dritte Komponente die Wunschmatratze des Kunden.
- Wenn Ihr Bett breiter als 140 cm ist sollten Sie zwei Lattenroste nehmen um eine rückengerechte Einstellung zu erhalten.
- Besonders bei Latex- und Kaltschaummatratzen ist es wichtig dass im Doppelbett die Federleistenlagerungen höher stehen als der Längsträger des Bettrahmens, sonst spürt man diesen „Besucherbalken“ durch die Matratze hindurch.
- Achten Sie darauf dass Sie bei veränderten Schlafbedürfnissen einzelne Latten selbst nachspannen können. Im Idealfall gibt es dazu auch eine schriftliche Bedienungsanleitung.
- Die Federleisten eines Holzlattenrostes müssen so versiegelt sein dass keine Feuchtigkeit eintreten kann da diese sonst aufquellen, Risse bekommen und ihre Elastizität verlieren können.
- Die Leistenabstände sollten nicht zu klein sein, da zu breite Leisten den Feuchtigkeitstransport der Matratzen behindern. Eine Regel zum Abschätzen: Etwa 50% der Grundfläche für Lamellen, etwa 50 % frei für die Belüftung!
- Auf der gesamten Liegefläche des Federholzrahmens also auf Querriegeln, Federleisten und Rahmen, dürfen sich keine Teile von Beschlägen befinden. Sie würden die Matratze beschädigen!
- Möchten Sie ein verstellbares Kopf- oder Fußteil? Bei kranken und alten Menschen ist eine elektrische Verstellung besonders zu empfehlen.
- Wenn ein Federholzrahmen verstellbar ist steigt die Qualität mit zunehmender Anzahl der Verstellstufen, Verstellhöhen und Verstellwinkel.
- Der Verstellmechanismus muss robust und massiv sein ansonsten wackelt oder „schwimmt“ er oder die hochgestellten Teile können durchbiegen.
Komfort für Senioren
- Der Bettrahmen sollte 10 cm höher sein als bei handelsüblichen Modellen (55 statt 40 – 45 cm). So kann man sich bequem hinsetzen und leicht wieder aufstehen.
- Das Bettgestell muss absolut standsicher und stabil sein. Es darf auf keinen Fall wackeln oder wegrutschen! Dies ist auch für eventuelle Pflegepersonen wichtig.
- Verstellbare Lattenroste (elektrische Verstellung, Kopf- und Fußteil getrennt einstellbar) werden im zunehmenden Alter und besonders bei Krankheit immer wichtiger. Wenn das Kopfteil zum Beispiel steil aufgerichtet werden kann wird Essen und Lesen im Bett nicht länger zum Problem.
- Auch auf eine hygienische Matratze mit abnehmbarem Bezug sollte man achten.
- Da gerade ältere Menschen die Matratzenoberfläche oft intensiver spüren als junge Menschen, sollten auf der Liegefläche keine Absteppungen und Nähte zu fühlen sein.
Polsterbetten
- Achten Sie darauf dass die Polstermaterialien und die Bettabdeckungen leicht zu pflegen und luftdurchlässig sind. Besonders im Kopfbereich sollten pflegeleichte Materialien verarbeitet sein. Noch besser sind natürlich abziehbare Kopfteilbezüge, -schürzen oder -hussen.
- Eine originelle Idee sind auch Doppelbetten auf Rollen, die sich wenn zum Beispiel ein Partner krank ist problemlos auseinander ziehen lassen.
- Insgesamt haben viele Polsterbetten den Nachteil, dass sie sehr schlecht belüftet werden.
Luftkernmatratzen
- Diese Matratze können Sie leicht an veränderte Schlafgewohnheiten anpassen indem Sie manuell oder automatisch Luft auffüllen oder ablassen.
- Auch hier ist es sinnvoll für Doppelbetten ein Modell mit getrennten Luftkammern zu wählen.
- Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Matratzen leicht und wartungsfrei sind. Sie benötigen auch keinen speziellen Unterbau und keinen Strom für eine Heizung.
- Problematisch ist allerdings bei manchen Modellen die Feuchtetransport-Kapazität. Dies kann unangenehm werden falls Sie zum Schwitzen neigen.
Futons
- Ein Futonbett ist sehr flach und hat keinen federnden Lattenrost sondern feste Latten. Darüber kommt eine Matratze aus mehreren Schichten natur belassener Materialien in einem Baumwollbezug. Im Inneren findet man meist einen mehrere Zentimeter dicken Latexkern mit Schichten aus Schurwolle, Baumwolle, Kokosfasern und Rosshaar.
- Wenn Sie sich für eine harte Liegefläche entscheiden genügt es den Futon von Zeit zu Zeit gut auszulüften. Bei einer weichen Liegefläche müssen Sie den Futon täglich rollen, sorgfältig klopfen und aufstellen damit sich die Materialien wieder regenerieren können.
- Achten Sie darauf, verschüttete Flüssigkeiten sofort mit einem Tuch aufzunehmen und den Futon zum Lüften aufzustellen da Baumwollfasern und Naturvlies sonst verklumpen können.
Checkliste Betten
- Nehmen Sie im Schlafzimmer genau Maß. Wie groß dürfen die Außenmaße des Bettes höchstens sein?
- Wenn Sie sich für ein Wasserbett interessieren sollten Sie prüfen ob die Tragkraft des Schlafzimmerbodens für das Bettgestell inklusive Wasserbefüllung ausreicht!
- Wie groß soll die Liegefläche sein? Benötigen Sie eventuell ein Bett mit Überlänge?
- Möchten Sie einen besonders hohen Bettrahmen (mind. 55 cm)?
- Sind alle Kanten abgerundet?
- Hat das Bett einen Bettkasten? Ist dieser gut belüftet und leicht zugänglich?
- Welcher Komfort rund ums Bett ist Ihnen wichtig? Schwenkbare Tischelemente, Leuchten als Leselampe oder indirekte Raumbeleuchtung etc.?
- Wenn Sie einen weichen (Baumwoll-)Futon wählen: Haben sie täglich Zeit ihn aufzustellen, zu klopfen und zu rollen?
- Wird das Bett in Einzelteilen geliefert? Wenn nicht: Passt es durch Ihren Hausflur oder durch Ihr Treppenhaus?
- Trägt das Bett das RAL-Gütezeichen für Möbel, das Goldene „M“? Diese Auszeichnung steht für die überprüfte Qualität des gesamten Bettes.
Checkliste Matratzen
- Lassen Sie sich viel Zeit beim Probeliegen! Achten Sie auf Ihr persönliches Empfinden.
- Passt der Matratzentyp zu Ihrem Lattenrost und zur Unterfederung?
- Nehmen Sie bei einem Doppelbett zwei Matratzen die jeweils individuell auf die jeweilige Person abgestimmt sind.
- Ist die Matratze atmungsaktiv? Kann sie Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben?
- Beträgt das Raumgewicht bei Schaumstoffmatratzen deutlich über 35 kg/m3?
- Hat die Matratze einen abnehmbaren und waschbaren Bezug?
Kampf den Hausstaubmilben
- Grundsätzlich sollten Sie sich bei der Wahl Ihrer Matratze nicht einschränken lassen weil Milben ohnehin überall prächtig gedeihen!
- Durch milbendichte Matratzenbezüge können Sie Milben reduzieren. Die Bezüge müssen allerdings die Matratze komplett umschließen und wasserdampfdurchlässig sein um den Wärmeaustausch zu ermöglichen.
- Für Allergiker sind Matratzenhüllen, Zudecken und Kissen aus waschbaren synthetischen Materialien günstig. Sie sollten eine Stunde bei 60°C gewaschen werden können.
- Daunendecken mit geeigneten Inlets sind zum größten Teil für Milben undurchdringlich.
- Da Sie beim An- und Ausziehen durch verstreute abgestorbene Hautteilchen den Milben neue Nahrung liefern sollten Sie dazu am besten das geflieste Bad aufsuchen das man gut nass wischen kann.
- Stopfen Sie Kissen und Zudecke in einen großen Plastiksack, stecken Sie das Staubsaugerrohr hinein und schließen Sie das Plastik dicht um das Rohr ab. Wenn Sie nun auf höchster Stufe saugen, starben die Milben durch den entstehenden Unterdruck ab und Sie saugen die Tiere und den Kot gleich mit ein.
