Wohnen mit Kindern bedarf bei der Einrichtung einiger Besonderheiten: Kinder brauchen Platz zum Toben und lieben Farben. Sie probieren alles aus, deshalb muss man ganz besonders auf Sicherheit und Verletzungsfreiheit achten:
Gesundheit und Wohlbefinden:
- Beachten Sie, dass Ihr Kind jede Menge Bewegungsraum braucht. Überlegen Sie ob nicht eventuell ein Zimmertausch angebracht wäre, da das Kinderzimmer (obwohl das Kind die meiste Zeit in seinem Zimmer verbringt) oft der kleinste Raum im Haus ist.
- Obwohl Kinder Farben lieben sollten Sie es bei der Einrichtung nicht übertreiben. Ein zu großer Farben- und Muster-Mix überreizt und lässt den Raum enger erscheinen. Lassen Sie die Decke weiß und streichen Sie die Wände in einem hellen freundlichen Farbton – Möbel, Rollos, Gardinen und Spielsachen bringen genug Farbe in den Raum.
- Da Kinder die meiste Zeit auf dem Fußboden spielen sollten Sie einen kalten, harten Belag wie Fliesen oder Stein vermeiden. Zu empfehlen ist ein mit Wasserlack versiegelter Holz- oder Korkfußboden, ein niederfloriger Teppichboden oder Teppichfliesen, die nicht verklebt sind. Diese lassen sich bei Verschmutzungen leicht austauschen. Da die Zahl allergiekranker Kinder immer mehr zunimmt sind Bodenbeläge vorteilhaft, die sich leicht reinigen lassen. Achten Sie auch darauf, dass der Boden gesundheitsverträglich ist. Das „GuT“-Zeichen (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden) ist dabei eine gute Orientierungshilfe. Bei Laminatfußböden achten Sie auf das RAL-Gütezeichen! Beim Kauf eines Korkfußbodens sollten Sie sich versichern dass der Kork lückenlos mit Wasserlack versiegelt ist.
- Wenn Sie Nadelhölzer bei den Kindermöbeln wählen achten Sie darauf ob Ihr Kind womöglich allergisch darauf reagiert. Nadelhölzer enthalten Terpene, die nicht alle Menschen vertragen.
- Kindermöbel müssen die strengsten gesetzlichen Vorschriften von allen Möbelarten einhalten. Bei Möbeln mit dem RAL-Gütezeichen (dem „Goldenen „M) gehen Sie auf Nummer sicher, dass alle Sicherheits- Gesundheits- und Qualitätsmaßnahmen zuverlässig ausgeführt und geprüft sind.
Kinderhochstühle:
- Machen Sie eine Sitzprobe mit Ihrem Kind da die Körpergröße zählt und nicht das Alter!
- Die Rückenlehne sollte so ausgeformt sein dass sie den Rücken stützt.
- Achten Sie auf eine Fußstütze für Ihr Kind!
- Überprüfen Sie regelmäßig ob Ihr Kind noch gut sitzen kann, da ein zu kleiner Stuhl einengen und leichter umkippen kann.
- Sicherheitsgurte können verhindern, dass Ihr Kind aus dem Sitz klettert und stürzt. Lassen Sie es aber dennoch nicht aus den Augen! Ein Kinderhochstuhl ist kein Aufbewahrungsort für Kinder.
Wickeleinrichtungen:
- Wickelgelegenheiten für Kinder sollten zwischen 85 und 92 cm hoch sein (je nach Größe der Eltern), die Arbeitsfläche 65 cm tief und 75 cm breit und die Wickelfläche 75 cm tief und 55 cm breit.
- Eine Sicherung gegen Überrollen bzw. eine Barriere links und rechts und auf der Rückseite sorgt für Sicherheit.
- Im Bereich der Wickelfläche dürfen keine leicht lösbaren Teile sowie keine offenen Rohr-Enden und keine Fangstellen für Finger, Gliedmaßen und Kopf vorhanden sein.
- Alle Ecken und Kanten müssen abgerundet sein und es sollten keine Gegenstände vorhanden sein an denen sich das Kind einklemmen oder quetschen kann. Dies gilt auch für den Raum bis ca. 55 cm über dem Wickeltisch!
- Bei klappbaren Wickeleinrichtungen muss eine Arretierung, die außerhalb der Reichweite des Kindes ist dafür sorgen, dass die Wickelauflage nicht plötzlich zusammenklappen kann. Achten Sie auch darauf, dass der Klappvorgang selbst ohne Verletzungsgefahr auszuführen ist. Klappmechanismen für Wickeltische mit Babybadewanne dürfen nicht leicht zu betätigen sein, d.h. sie müssen kindersicher sein.
- Für Wickelauflagen, die sich an die DIN EN 12221 halten, muss es eine Gebrauchsanweisung in der Landessprache geben.
Gitterbetten / Kinderbetten:
- Das Bett sollte dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) und der DIN EN 716 entsprechen.
- Das Bett darf keine überstehenden Teile oder Ritzen haben an denen sich Bänder oder Kordeln verfangen können.
- Zubehör wie z. B. Nestchen, Himmel und Bettwaren dürfen auf keinen Fall die Atmung des Babys behindern.
- Alle Ecken oder Kanten müssen gerundet sein.
- Ein fahrbares Bett darf entweder zwei Rollen haben bzw. bei vier Rollen müssen zwei davon blockierbar sein.
- Damit sich das Kind nicht einklemmen oder durchrutschen kann sollten die Gitterstäbe mindestens 4,5 cm und höchstens 6,5 cm Abstand voneinander haben. Sie sollten sich an einer Seite entfernen lassen, damit das Kind – wenn es groß genug dafür ist – das Bett selbständig verlassen kann. Der Durchschlupf muss dann mindestens 20 cm breit sein.
- Damit die Matratze auch ausreichend belüftet wird sollte die Matratzenauflage nicht einfach aus einer durchgehenden Platte bestehen. Stattdessen nehmen Sie einen höhenverstellbaren Lattenrost mit drei bis vier Verstellmöglichkeiten. In der obersten Position müssen noch mindestens 30 cm Abstand zur Oberkante der Gitterstäbe sein damit das Kind nicht herausfallen kann.
- Praktisch sind Kinderbetten die Sie leicht umbauen können wenn Ihr Kind älter wird.
Matratzen für die Kleinsten:
- Die Matratze sollte sich der Wirbelsäule anpassen. Empfehlenswert sind diejenigen, die im Oberflächenbereich mittelweich sind.
- Besonders hygienisch sind abnehmbare und maschinenwaschbare Matratzenbezüge (vor allem, wenn Ihr Kind an einer Hausstauballergie leidet). Sinnvoll sind auch Matratzenauflagen so lange sie nicht so weich sind, dass das Baby mit der Nase zu tief darin einsinkt.
- Gerade für zentral beheizte Räume sollte darauf geachtet werden dass das Baby nicht unter einem Hitzestau leiden kann.
Etagenbetten:
- Etagen- bzw. Hochbetten sind sehr empfehlenswert da Sie so zwei Quadratmeter Platz sparen. Diese Fläche können die Kinder zum Spielen nutzen.
- Laut Gesetzgeber müssen Etagenbetten in Deutschland der DIN EN 747 entsprechen. Oberes und unteres Bett müssen fest miteinander verbunden sein. Im oberen Bett muss eine Sicherung (Reling) Ihr Kind vor dem Abstürzen schützen und die Leiter sollte fest mit dem Bett verbunden sein.
- Kinder unter sechs Jahren sollten nicht im oberen Bett schlafen!
- Soll-Maße von Etagenbetten für Kinder:
- Abstand Oberseite der Matratze zur Oberkante der Absturzsicherung mindestens 16 cm
- Unterbrechung einer Längsseite für den Aufstieg zwischen 30 und 40 cm
- Lichter Abstand zwischen zwei Sicherungs-Elementen (z. B. zwei Brettern der Absturzsicherung) zwischen 6 und 7,5 cm
- Lichter Abstand zwischen den Bettböden mindestens 75 cm
- Abstand zwischen den Oberseiten aufeinanderfolgender Tritte zwischen 20 und 30 cm
- Auftrittsbreite der Stufen mindestens 30 cm
- Nutzbare Stufentiefe mindestens 9 cm
- Genauigkeit des Abstandes der Trittstufen untereinander +/- 2 mm
- Zwischenräume zwischen dem Bettboden und Seiten- und Endteilen 2,5 cm
Diese Maße sind wichtig damit sich Ihr Kind nicht einklemmen, herunterfallen oder anderweitig verletzten kann!
Der Arbeitsplatz für Kinder:
Grundsätzlich gelten für Kinder die gleichen Anforderungen wie für Erwachsene. Darüber hinaus sollten aber noch einige weitere Punkte beachtet werden:
- Stuhl und Schreibtisch sollten hin und wieder der Größe Ihres Kindes angepasst werden. Um eine optimale Sitzposition zu erhalten sollten die Oberschenkel eine waagrechte und die Unterschenkel eine senkrechte Linie bilden während die Fußsohlen flach auf dem Boden stehen. Bei einer aufrechten Körperhaltung liegen die Unterarme waagrecht auf der Tischplatte auf.
- Empfehlenswert sind stufenlose Höhenverstellungen damit die Möbel problemlos mit dem Kind mitwachsen können.
- Schreibtischstühle müssen auch in der höchsten Sitzeinstellung noch standfest und kippsicher sein.
- Die Rückenlehne sollte – ohne das Kind in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken – auch bei vorgeneigter Sitzhaltung das Becken abstützen.
Schrankmöbel:
- Schränke, Kommoden etc. sollten verwandelbar sein um den unterschiedlichen Ansprüchen der Kinder gerecht zu werden. Besonders geeignet sind Systeme aus Einzelelementen.
- Runde oder weiche Möbelgriffe, abgerundete Ecken und Kanten schützen vor Verletzungen.
- Die Standfestigkeit muss auch bei gefüllten und ausgezogenen Schubladen gewährleistet sein: Gibt es eine Kippsicherung?
- Rechnen Sie damit dass Ihr Kind auch einmal auf den Schrank klettert. Auch diese Belastung sollte er aushalten.
- Sind die Schrankmöbel umzugsfreundlich, also stabil, leicht ab- und wieder aufzubauen?
- Die Arbeitsfläche sollte groß genug sein dass Bücher und Schreibhefte, aber auch ein Computerbildschirm, Lautsprecher und eine Maus Platz finden. Eine ausziehbare Tastaturablage und eine neigbare Monitorplatte erleichtern das Schreiben am PC. Integrierte Kabelschächte beugen einem Kabelchaos vor und verhindern Stolperfallen im Fußraum.
- Wenn Schreibtisch und Arbeitsstuhl das GS-Zeichen tragen können Sie davon ausgehen, dass alle notwendigen Kriterien wie Sicherheit, Standfestigkeit, Haltbarkeit usw. geprüft sind.