GESUNDES WOHNEN - ENGAGEMENT DER DGM

Zum Qualitätsbegriff gehört mehr als nur die Haltbarkeit von Produkten. Die "Humanqualität" spielt für die DGM und Ihre Mitglieder eine große Rolle. Dazu zählt die Gesundheitsverträglichkeit von Möbeln und deren Rohstoffen ebenso wie die Umweltverträglichkeit der gesamten Produktion.
Vor der Vergabe des RAL-Gütezeichens müssen Möbel eine ganze Reihe Tests durchlaufen. Dabei untersuchen die Fachleute von neutralen Prüfinstituten nicht nur die Stabilität, Festigkeit, Verarbeitung, Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Möbel, sondern auch ihren Schadstoffgehalt.

Die Liste der Stoffe, nach denen geforscht wird, ist lang: Formaldehyd, Restlösemittel / flüchtige Verbindungen wie Alkane, Ester, aromatische Kohlenwasserstoffe, Terpene, Ketone usw. gehören genauso dazu wie Biozide, Lindan, Pyrethroide, Azofarbstoffe, FCKW, Schwermetalle oder Flammschutzmittel. Dabei setzte die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. manche höchstzulässige Menge geringer an als das Bundesministerium für Gesundheit. Formaldehyd z. B. darf laut DGM 0,05 ppm (parts per million) nicht überschreiten; der gesetzliche Grenzwert liegt mit 0,1 ppm bei der doppelten zulässigen Menge. Diesen Wert zog der Arbeitskreis "Umwelt / Gesundes Wohnen" bei den Überarbeitungen der Güte- und Prüfbestimmungen ebenso an wie auch bei einigen anderen Stoffen. Die Absicht hinter diesem rigorosen Vorgehen: Eine Gesundheitsgefährdung des Verbrauchers durch gütegeprüfte Möbel auszuschließen, selbst bei besonders empfindlichen Menschen.

Neben den Schadstoffen werden Möbel, die auffällig oder untypisch riechen, auch auf ihre Geruchsemission überprüft. Denn ein belästigender Geruch kann für manchen Verbraucher ebenfalls eine Beeinträchtigung seines Wohlbefindens darstellen.

Damit Möbel das RAL-Gütezeichen bekommen, müssen sie aber nicht nur frei von krankmachenden Schadstoffmengen sein; vielmehr muss der gesamte Produktionsweg gesundheits- und umweltfreundlich sein. So dürfen Holz und Holzwerkstoffe, die für Möbel verwendet werden, vorbeugend nicht mit bioziden Holzschutzmitteln behandelt worden sein.

Beim Einsatz von Holzwerkstoffen, die ganz oder teilweise aus Alt- und/oder Resthölzern hergestellt wurden, muss außerdem durch Zertifizierung sichergestellt sein, dass nur unbelastetes Holz verwendet wurde.

Bei der Produktion der Möbel müssen die Hersteller darauf achten, dass sie keine umwelt- oder gesundheitsschädigenden Verfahren bzw. Materialien anwenden. Der Ressourcenverbrauch einschließlich der aufzuwendenden Energie muss unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgen, ebenso die Entwicklung und Konstruktion, die Verpackung, der Transport, die Nutzung, die Entsorgung bzw. Wiederverwertung und natürlich die gesamte Produktion der Möbel.

Denn der Möbelkäufer soll sicher sein: Möbel, die mit dem "Goldenen M" ausgezeichnet sind, sind gütegeprüfte Produkte, mit denen er seine Wohnung guten Gewissens einrichten kann.

RAL-GZ 430 Schutz von Umwelt und Gesundheit 2016